Gewichtsmanagement

Hier geht es nicht um einen neuen Diätratgeber. In dieser Rubrik geht es um die Auffrischung einer Freundschaft. Die Freundschaft zwischen Ihnen und Ihrem Körper.

Wenn Sie Übergewicht haben und damit nicht glücklich sind, dann steht es um Ihre Freundschaft nicht wirklich gut.

Stellen Sie sich vor, Sie arbeiten mit einem Chef zusammen, dem Sie nichts recht machen können. Sie bekommen immer zu viel Arbeit auf den Tisch und notwendige Unterlagen sind oft schlecht vorbereitet und auch oft mit falschen Zahlen versehen. Und nicht selten legt Ihnen Ihr Chef eine wichtige Sache auf den Tisch, wenn es schon Abend ist und Sie müde sind. Und trotz alledem sind immer Sie es, der dafür verantwortlich gemacht wird.

Die gute Nachricht: wenn Sie der Chef sind, steht es Ihnen frei, neue Arbeitsmethoden einzuführen, alles anders zu machen.

Die zweite gute Nachricht: es ist sehr wahrscheinlich, dass Sie sich sehr gut in den schlecht behandelten Angestellten hinein versetzen können, weil es Ihnen vermutlich auch schon einmal so ergangen ist.

Verstand und Gefühl gehören zusammen

Das sind zwei sehr wichtige Faktoren: der Verstand versteht die Zusammenhänge und versteht auch, dass alle Möglichkeiten offen stehen, den gegenwärtigen (unbefriedigenden) Zustand zu ändern – er kann etwas tun. Und das Gefühl kann sich in den (unbefriedigenden) Zustand des Körpers jetzt gut hineinfühlen.

Vom Verstand her wissen wir, welche Ernährung gut wäre und welche Sportarten. Das Gefühl bricht aber immer wieder ein. Nach 3 Tagen Diät erscheint uns ein Stück Kuchen unwiderstehlich.

Wenn wir den Kontakt mit unserem Körper wieder pflegen, ihm Aufmerksamkeit geben und ihn für das würdigen, was er für uns tut – eben alles, was man auch in einer aktiven Freundschaft dem Freund bzw. der Freundin zukommen lässt, dann stehen die Chancen gut. Die Chancen auf ein gesundes, ausgewogenes Geben und Nehmen.

Am Anfang braucht es auch Geduld. Wenn Sie Ihrem Körper seit Jahren mit ungesundes Essen, zu wenig Bewegung etc. vernachlässigt haben und sich das Übergewicht über Jahre angesammelt hat, dann erwarten Sie bitte nicht, dass sich schon in einem Monat alles verändert hat (Deshalb gibt es bei Crash- Diäten immer den Jojo-Effekt).

Berücksichtigen Sie bitte auch den Faktor Gewohnheit. Gewohnheit nicht nur auf der Gefühlsebene (die Zigarette oder den Schnaps nach dem Essen, ein Stück Süßes als Belohnung, das Entspannen auf dem Sofa nach einem harten Tag) sondern auch auf der physisch-chemischen Ebene.

Konditionierungen

Nach einem harten Tag stellt sich Ihr Körper auch auf biologisch-chemischer Ebene auf die Entspannung auf dem Sofa ein: er gibt alle Energie am Tag ab, weil er weiß, dass er abends herunterfahren und sich selbst wieder aufladen kann. Wenn Sie über lange Zeit sich und Ihren Körper so konditioniert haben, werden Sie schnell merken, dass Sie – ohne die Aussicht auf das Entspannen auf dem Sofa – tagsüber nicht mehr so leistungsfähig sind.

Auf ähnliche Weise konditionieren Sie Ihren Körper auch auf:

  • Süßes als Belohnung
  • Essgewohnheiten am Abend, damit Sie gut einschlafen können
  • das Bier oder das Glas Wein am Abend zur Entspannung
  • gesellschaftliche Konditionierung bestimmter Speisen
  • automatische Gewichtszunahme im „all-inklusiv-Urlaub“

»Ich habe keine Zeit, es regnet, bin zu müde, habe keine Lust, aber morgen … morgen fange ich an, bewege mich mehr, werde endlich aktiver und ernähre mich gesünder …«.

Jetzt, genau jetzt ist der Moment, an dem Sie etwas verändern können – und Sie wollten doch etwas in Ihrem Leben verändern, oder?

Ich Will

Ich hatte z.B. lange das Problem, dass mein Sättigungsgefühl erst spät eintrat und ich bis dahin mehr aß, als notwendig, weil ich einfach noch Hunger hatte. Auch brauchte ich einen schweren Magen, um gut einschlafen zu können.

Erst als ich den Kontakt mit meinem Körper wieder auf eine gute, freund- schaftliche Ebene herstellen konnte, in der nicht ich alleine bestimme, wie, was und wann gemacht bzw. gegessen oder geleistet wird, sondern ich bereit bin, meinem Körper und seinen Bedürfnissen zuzuhören und darauf einzugehen, klappt es.

Als Freund wird sich Ihr Körper auch trauen Ihnen mitzuteilen, wann Ihr Hungergefühl nichts mit seinen körperlichen Bedürfnissen zu tun hat. Wann das Stück Kuchen nicht dem körperlichen Genuss, sondern dem Stillen eines unbefriedigten Gefühls (nach Liebe, Anerkennung, Geborgenheit …) dient.

Heute signalisiert mir mein Körper auf den Bissen genau, wann es ihm reicht. Esse ich trotzdem mehr (z.B. damit der Teller leer wird) spüre ich später dieses Zuviel als Unwohlsein. Dies ist aber kein „Gängeln“ des Körpers sondern ein dezenter Hinweis, wie es sich wann optimal anfühlen würde. Heute esse ich meist vor 18 Uhr zu Abend, weil sich für mich ein schwerer Magen jetzt wirklich schwer anfühlt und ich dann eher schlecht schlafe.

Auch berücksichtige ich bestimmte Erkenntnisse, z.B. abends möglichst keine Kohlenhydrate und vor 18 Uhr die letzte Mahlzeit zu essen, damit der Körper genug Zeit hat, für die Regenerationsprozesse – die auch dafür notwendig sind, damit wir nicht vorzeitig altern!

Frau in Küche
Training
Nordic Walking

Mit einem guten Kontakt zu Ihrem Körper haben Sie einen Freund gewonnen, der Ihnen gerne beim Abnehmen hilft.